Theorie und Abstraktion in einem überwiegend praktischen Fach? Das geht doch nicht! Daher konnten sich die Schülerinnen und Schüler der Ski- beziehungsweise Snowboardkurse des Ratsgymnasiums und des CvD Gymnasiums in Goslar erstmals am 15.11. im Snowdome in Bispingen beschnuppern und einige auch erste Erfahrungen auf ein oder zwei Brettern unter den Füßen sammeln, abhängig davon, was sie zuvor gewählt hatten. Zeit zum Beschnuppern gab es reichlich, da alle bereits nach der Abfahrt vom ZOB in Goslar um 9:00 Uhr ungefähr zwei Stunden später in Bispingen eintrafen und somit bis 13:00 Uhr Zeit dazu war.

Unterbrochen wurden gemeinsame Gespräche, die auch einige alte Grundschul- bzw. Kindergartenfreunde sich wiedersehen ließen, vom eigentlichen Grund der Reise: Den Ski- und Snowboardlehrern. Nach einer kurzen Gruppenzuteilung ging es zur nächsten Etappe: Der Materialausleihe. Entscheidend für die Wahl des richtigen Equipments sind unter Anderem Körpergröße und Gewicht, damit man sich später im Schnee sicher bewegen kann und alles passt wie es soll, was eine optimale Kraftübertragung auf den Schnee ermöglicht. Die ersten Probleme gab es bereits noch bevor irgendjemand im Schnee stand, da die unelastischen Schuhe mit großer und eckiger Sohle eine Anpassung im normalen Gehen bedeuteten. Nach einer weiteren kurzen Einweisung seitens der dortigen Lehrer und dem Tipp, die Zugangskarte zur Halle doch in einem speziell dafür vorgesehenes Fach im Ärmel der Skijacke zu verstauen, gingen alle – inzwischen etwas sicherer als zuvor und mit Ski oder Snowboard noch unter dem Arm – in die Schneehalle.

Die -2°C bis -3°C fühlten sich für einige bedeutend angenehmer an, als sie klingen, von anderen ließ sich sofort deutlich hören: „Man, ist das aber kalt hier drinnen!“ Die Aufteilung in die bekannten Gruppen innerhalb der Halle verlief schnell, vielleicht auch bedingt dadurch, dass sich noch nicht auf Ski bzw. Snowboard bewegt wurde.

In den Anfängergruppen begann der Tag mit einer Unterweisung im richtigen Anlegen der Ski bzw. Snowboards. Hierbei ist bei den Ski-Fahrern besonders darauf zu achten, dass sich unter der Sohle der Stiefel kein Schnee befindet, da man sonst nicht in die Ski hineinkommt. Auch offenbarte sich für viele nun der Grund der übermäßig starren Stiefel: Die Sohle stellt auch auf dem Ski die eigene Standfläche dar und sorgt für einen sicheren Halt im Gerät.

Bei der anderen Gruppe muss beim „Einsteigen“ ins Snowboard ebenfalls darauf geachtet werden, dass sich zwischen Board und Schuhsohle kein Schnee befindet, da hier eine optimale Kraftübertragung ebenso wichtig ist und diese durch den fehlenden Abstand zwischen Schuh und Brett noch schwerer hergestellt werden kann. In den Gruppen der Fortgeschrittenen konnte hingegen sofort losgefahren werden.

Nach diversen Übungen, wie dem einfachen Gleiten auf einem Ski, dem Drehen um die eigene Achse mit beiden Ski ging es erstmals für die Anfänger per Fließband auf einen „Berg“. Dieser Berg war ein nicht allzu steiler Hügel, in dessen Nähe sämtliche Stahlträger, die zur Stabilisierung des Daches dienen, durch dicke Matten gepolstert waren, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Zuerst noch von einigen belächelt, spätestens jedoch bei der ersten Fahrt waren sich alle einig: Doch gar keine schlechte Idee. Nach diversen Übungen, wie dem richtigen Fahren von Kurven, bei dem man entgegen der eigentlichen Erwartung das Körpergewicht bergab verlagern muss, gab es für alle eine Pause. Fragen wie: „Frau Grimm, darf ich vielleicht noch ein bisschen fahren?“ blieben erfolglos, alle mussten die Halle schließlich doch verlassen. Die Stimmung hebte sich jedoch schnell wieder, als man sich mit Freunden, die womöglich in einer anderen Grupe waren, als man selbst, über die eigenen Erlebnisse austauschen oder sich trotz warmer Kleidung im angegliederten Restaurant wieder aufwärmen und stärken konnte.

Nach der Pause und einigen weiteren Runden auf dem Anfängerhügel (auch um zu überprüfen, ob sich während der Pause keiner den Bauch bis zur totalen Manövrierunfähigkeit vollgeschlagen hat) ging es schlussendlich auch für die Anfängergruppen auf die große Strecke. Für viele schon das erste Highlight: Der Tellerlift. Dieser ist hier nämlich nicht nur doppelt so schnell, sondern auch mindestens doppelt so cool: Man nimmt aus einer Halterung einen Sitz heraus, klemmt ihn sich zwischen die Beine und schon ging es hoch. Das Austeigen auf halber Höhe bereitete allerdings auch einige Schwierigkeiten. Bei voller Fahrt vom Teller absitzen war noch möglich, aber dann zeitnah die Bahn für den Hintermann zu räumen, damit dieser auch ungehindert aussteigen kann, und dabei nicht auch noch rückwärts den Berg wieder herunter gleiten, das war beim ersten Mal schon ziemlich viel gleichzeitig zu koordinieren und es lagen so einige. Doch nun bewegte man sich, wenn auch nicht lokal zumindest technisch, wieder auf bekanntem Terrain. Die bekannten Übungen zu Kurven und dem Bremsen, bei dem man die Ski pfeilförmig zusammenführen muss, funktionierten trotz steilerer Strecke nun problemlos.

Nach einigen Wiederholungen der inzwischen üblichen Übungen riefen Lehrer und Trainer zum obligatorischen Gruppenfoto. Nun musste nur noch das ausgeliehene Material wieder sachgerecht und zum Leidwesen einiger ordentlich und sortiert abgegeben werden, bevor wieder der Bus nach Goslar bestiegen werden konnte. Durch die sportliche Anstrengung erheitert wurde im Bus viel gelacht, erzählt und die klischeehaft verfeindeten Gymnasien begannen sich auf Kosten den für eine am Donnerstag stattfindende Geschichtsarbeit Lernenden lautstark anzufreunden.

Auf Grundlage der bereits beidseitig guten Laune blicken alle Beteiligten auch in Hochfügen vielen durch den Sport erheitert angeregten Unterhaltungen und Unternehmungen entgegen.

 

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