Die Klasse 11LF2 des Goslarer Ratsgymnasiums verbrachte im März zweieinhalb Tage mit zwei Übernachtungen in Torgau an der Elbe, um ihren Geschichtsunterricht vor Ort zu vertiefen, der das stalinistische Gewaltregime in der sowjetischen besetzten Zone von 1945 bis 1949 ebenso in den Blick nimmt wie frühere DDR-Geschichte.

Mit ihren Lehrkräften Frau Jeannette Saatze und Herrn Michael Kwasniok besuchten die Schülerinnen am ersten Nachmittag den berüchtigten Jugendwerkhof in Torgau. Sie erfuhren, dass die DDR mit Gewalt unterschiedlichster Schattierungen Jugendliche brach: vorsätzlich und unmenschlich. Sehr engagiert verliefen die Diskussionen mit der Leitung des Hauses.

Am zweiten Tag besuchten die RG-Schüler die Justizvollzugsanstalt Torgau, zur Zeit der NS-Diktatur Strafgefängnis der Wehrmacht, nach Übernahme durch die sowjetischen Truppen sogenanntes Speziallager. Einer Führung durch die noch heute durch den Freistaat Sachsen unterhaltene JVA folgte ein Gespräch mit einem dort einsitzenden Häftling. In der Auseinandersetzung mit seiner Geschichte konnten die Schüler sich ein Bild über den heutigen Strafvollzug machen, um so zu einer möglichst fundierten Urteilsbildung zu gelangen.

Besonders beeindruckend empfanden die Schülerinnen das Abschlussgespräch am Samstag morgen, das im Dokumentationszentrum für stalinistische Verbrechen und DDR-Verbrechen in Torgau mit einem ehemaligen Häftling stattfand, der im „Speziallager“ unter sowjetischer Lagerherrschaft geboren wurde. Die Umstände seiner Haft, die de facto – Leugnung seiner Existenz im Lageralltag und die bewegende Geschichte um seine Mutter und seinen Vater und seine Suche nach der eigenen Lebensgeschichte mündeten in intensiven Fragerunden, die erst dann beendet wurden, als der inzwischen bereitgestellte Bus schon unmittelbar die bevorstehende Rückfahrt ins Gedächtnis rief.

 

 

 

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