Mit einer Begrüßungsveranstaltung in der Aula hat das Ratsgymnasium Goslar seine amerikanischen Gäste aus Shaker Heights willkommen geheißen. Die 48. Auflage eines Programms, das 1978 begann und zwei Schulen über den Atlantik hinweg miteinander verbindet.
Schüler des Ratsgymnasiums eröffneten die Veranstaltung und dankten allen Beteiligten, die den Austausch unterstützen und möglich machen. Mit einem vorbereiteten Programm und einem Interview, bei dem sich die amerikanischen Gäste persönlich vorstellen sollten, gaben sie der Begrüßung einen lebendigen Rahmen — und machten deutlich, wie sehr sie sich auf die gemeinsamen Wochen freuen.
Schulleiterin Frau Dr. Köstler-Holste ordnete den Austausch in die lange Geschichte des Ratsgymnasiums ein. Seit 1978 hätten viele Generationen von Schülern den Atlantik überquert, um das Leben auf der jeweils anderen Seite kennenzulernen. In diesen Jahrzehnten seien unzählige Begegnungen, Freundschaften und Erinnerungen entstanden — einige davon bis heute lebendig. „Auch in diesem Jahr schreibt ihr gemeinsam ein weiteres Kapitel unserer besonderen Geschichte“, so Frau Dr. Köstler-Holste an die Schüler beider Seiten.
Einen besonderen Blick warf sie auf das Jahr 2028: Dann feiert der Austausch mit Shaker Heights sein 50-jähriges Bestehen — und das Ratsgymnasium Goslar gleichzeitig sein 500-jähriges Jubiläum. Zwei Jubiläen, die die tiefe Verbindung zwischen Schule und Austauschprogramm eindrucksvoll unterstreichen.
Das diesjährige Programm sieht vor, dass die amerikanischen Schüler rund zweieinhalb Wochen in Goslar verbringen, ehe Aufenthalte in Berlin und München folgen. Im Gegenzug reisen die deutschen Schüler im Herbst nach Shaker Heights und besuchen anschließend Washington D.C. und New York.
Besonders hervorgehoben wurde auch der Langzeitaustausch: Drei Schüler des Ratsgymnasiums verbrachten im ersten Halbjahr ein halbes Jahr in Shaker Heights und besuchten dort die High School — eine intensive Auslandserfahrung, die das Programm um eine eigene Dimension erweitert. Bemerkenswert zudem: Einige Teilnehmer gehören bereits zur zweiten Generation — ihre Eltern haben früher selbst am Austausch teilgenommen. Der Shaker-Heights-Austausch verbindet damit nicht nur zwei Schulen, sondern auch Familien über Generationen hinweg.
Frau Dr. Köstler-Holste dankte den Organisatoren auf amerikanischer Seite sowie den diesjährigen amerikanischen Begleitern — und allen deutschen Kollegen, die Organisation, Programmpunkte und Ausflüge tatkräftig unterstützen.
Auch von amerikanischer Seite wurden herzliche Grußworte gesprochen. Emily Collins Sieg, eine der begleitenden Lehrerinnen, schilderte persönlich, warum ihr die Verbindung nach Deutschland so wichtig ist. Auf die Frage, was sie an Deutschland am meisten schätze, habe sie ohne Zögern geantwortet: „The people“. Es seien die Menschen und die über Jahre gewachsenen persönlichen Beziehungen, die den Austausch für sie so besonders wertvoll machten. Sie ist bereits zum dritten Mal im Rahmen des Programms in Deutschland und freut sich, bekannte Gesichter und Freunde aus früheren Begegnungen wiederzusehen. Victoria Berndt, eine weitere amerikanische Begleitperson, schloss sich diesen Worten an: „I love this country. I love the people. We’re just delighted to be here and have this opportunity.“