Zeugnisübergabe in der Kaiserpfalz: Ein Abend für die Ewigkeit

Aufgeregte Gesichter, strahlende Augen, enge Umarmungen – am Freitag, dem 26. Juni, versammelten sich Freunde, Familien und Ehemalige in der Goslarer Kaiserpfalz, um 48 Abiturientinnen und Abiturienten des Ratsgymnasiums bei einem der bedeutendsten Momente ihres Lebens zu begleiten.

„Guten Abitit – 13 Jahre gekocht, jetzt wird serviert.“

Das historische Gemäuer bot den passenden Rahmen: feierlich, würdevoll – und an diesem Abend ungewöhnlich heiß. Dass trotz tropischer Temperaturen gute Laune und Konzentration nie nachließen, sprach für den Jahrgang wie für das Publikum gleichermaßen.

Für die musikalische Gestaltung sorgten Solisten aus den eigenen Reihen sowie das Symphonische Blasorchester des Ratsgymnasiums.

Schulleiterin Frau Dr. Köstler-Holste richtete aufmunternde, bedacht gewählte Worte an die Absolventen. Als Festvortrag Matthias Lux – selbst Abiturient des Ratsgymnasiums aus dem Jahr 1986 – über den Stand der deutschen Energiewende, und machte dabei mit klaren Fakten und freier Rede Mut: mehr sei erreicht, als viele glauben.

Den Höhepunkt des Abends bildete die feierliche Übergabe der Zeugnisse. Der Jahrgang erreichte einen Notenschnitt von 2,25; Bürgermeisterin Renate Lucksch überreichte im Rahmen der Individualehrungen den Glückauf-Preis der Stadt an die Jahrgangsbesten. Den Abschluss gestalteten zwei vom Jahrgang gewählte Schüler, Lena und Louis, die ihre Schulzeit noch einmal aus ganz persönlicher Perspektive Revue passieren ließen: locker, humorvoll und mit einem herzlichen Dankeschön an alle, die diesen Weg begleitet haben.

Die Fotostrecke zum Abend ist jetzt online – zum Ansehen und Erinnern. 📸

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Schule trifft Nuklearmedizin

Ein besonderer Vormittag für den 12. Jahrgang

Workshops, Augmented Reality und ein Tischtennisturnier mit Losglück — der Freitagvormittag hatte für den 12. Jahrgang wenig mit einem gewöhnlichen Schultag gemein.

Auf Initiative von Dr. Frank Straube vom Harzer PET-Zentrum Goslar — und Vater einer Schülerin unserer Schule — richtete das Ratsgymnasium am 19. Juni das Schülerprogramm „Schule trifft Nuklearmedizin – Nuklearmedizin trifft Schule“ aus. Es entstand im Vorfeld der 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Nuklearmedizin Mitteldeutschlands, die an diesem Freitag und Samstag in unserer Aula stattfindet.

Nach einem Eröffnungsvortrag über Grundlagen und Berufsperspektiven in der Nuklearmedizin verteilten sich die Schüler auf sechs Workshopstationen. Sie lernten, wie radioaktive Substanzen für den klinischen Einsatz gewonnen werden, wie ein PET-Scanner Krankheiten im Körper sichtbar macht und wie Radioaktivität mit Augmented Reality auf dem Display erfahrbar wird. Auch das Berufsbild des Medizinischen Technologen für Radiologie stellte sich vor — ein Berufsfeld, das vielen bisher kaum bekannt war.

Die Resonanz übertraf alle Erwartungen: Die Schüler baten um Verlängerung — und bekamen eine zusätzliche Stunde. Den Abschluss bildete ein Tischtennisturnier, bei dem die Bälle als Lose dienten. Zwei Schüler gewannen dabei eine einjährige Mitgliedschaft in der Fachgesellschaft.

Das Ratsgymnasium dankt Dr. Straube und Dr. Szermerski herzlich für die Initiative und Durchführung dieses außergewöhnlichen Programms sowie allen beteiligten Fachleuten für ihren Einsatz.

Das Ratsgymnasium baut deutsch-französische Beziehung wieder auf

Eine Woche voller Begegnungen

Ein Beitrag von Thersa Hoßfeld und Jessica Voll

In diesem Schuljahr 2025/2026 nahmen 18 Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs am Austausch mit dem Collège Maîtrise Notre-Dame in Douvres-la-Délivrande teil. Sowohl der Aufenthalt in Frankreich vom 11. bis 18. März 2026 als auch der Gegenbesuch in Goslar vom 26. Mai bis 2. Juni 2026 boten zahlreiche spannende Erlebnisse und förderten den interkulturellen Austausch.

Während ihres Aufenthalts in der Normandie lernten die Jugendlichen die französische Kultur hautnah kennen. Auf dem Programm standen unter anderem der Besuch einer Keksfabrik und einer traditionellen Käserei, die Besichtigung der beeindruckenden Basilika von Lisieux sowie ein Ausflug nach Arromanches. Dort vermittelte ein 360-Grad-Kino eindrucksvoll die Geschichte der alliierten Landung im Zweiten Weltkrieg. Diese Erfahrung ermöglichte eine intensive Auseinandersetzung mit einem zentralen Ereignis der europäischen Geschichte. Ergänzt wurde das Programm durch den Besuch des maritimen Museums in Cherbourg, das spannende Einblicke in die Seefahrtgeschichte bot. Auch sportliche Aktivitäten durften nicht fehlen: Beim Strandsegeln konnten die Schülerinnen und Schüler neue Erfahrungen sammeln und gleichzeitig Teamgeist entwickeln.

Beim Gegenbesuch in Goslar erwartete die französischen Gäste ebenfalls ein abwechslungsreiches Programm. Zum Auftakt organisierten die deutschen Schülerinnen und Schüler eine Stadtrallye durch Goslar. Dabei lernten die französischen Gäste die historische Altstadt auf spielerische Weise kennen. Anschließend trafen sich alle zu einem gemeinsamen Picknick auf der Wiese an der Kaiserpfalz, wo bei bestem Wetter erste Eindrücke ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft wurden.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des UNESCO-Welterbes Rammelsberg. Bei einer Führung durch das ehemalige Bergwerk erhielten die Austauschschüler spannende Einblicke in die Bergbaugeschichte des Harzes. Technik und Natur standen auch bei den weiteren Ausflügen im Mittelpunkt: Im phaeno in Wolfsburg konnten die Jugendlichen zahlreiche Experimente selbst ausprobieren und naturwissenschaftliche Phänomene entdecken.

Ein besonderes Highlight war der Ausflug nach Bad Harzburg. Auf dem Baumwipfelpfad konnten die Teilnehmenden den Harz aus einer neuen Perspektive erleben. Mit der Seilbahn ging es anschließend auf den Burgberg, von dem sich ein beeindruckender Blick über die Region bot. Den Rückweg ins Tal meisterte die Gruppe gemeinsam zu Fuß.

Am letzten gemeinsamen Ausflugstag führte die Reise zunächst nach Sorge, wo das Grenzdenkmal an der ehemaligen innerdeutschen Grenze einen nachdenklich stimmenden, aber wichtigen Einblick in ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte bot. Grenzturm, Stacheldrahtzäune und die Stille des Ortes sprachen für sich. Anschließend ging es weiter nach Wernigerode. Dort begeisterte das malerische Schloss hoch über der Fachwerkstadt. Zum Abschluss konnten sie die Stadt mit der Bimmelbahn erkunden.

Die Woche verging viel zu schnell. Neben den offiziellen Programmpunkten verbrachten die Jugendlichen an den Wochenenden eine schöne Zeit in ihren Gastfamilien, lernten den Alltag im Nachbarland kennen und verbesserten ganz nebenbei ihre Sprachkenntnisse. Der Austausch mit dem Collège Maîtrise Notre-Dame war für alle Beteiligten eine wertvolle Erfahrung und ein wichtiger Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft.

Herzlich willkommen in Goslar – 48. Auflage des Shaker-Heights-Austauschs

Mit einer Begrüßungsveranstaltung in der Aula hat das Ratsgymnasium Goslar seine amerikanischen Gäste aus Shaker Heights willkommen geheißen. Die 48. Auflage eines Programms, das 1978 begann und zwei Schulen über den Atlantik hinweg miteinander verbindet.

Schüler des Ratsgymnasiums eröffneten die Veranstaltung und dankten allen Beteiligten, die den Austausch unterstützen und möglich machen. Mit einem vorbereiteten Programm und einem Interview, bei dem sich die amerikanischen Gäste persönlich vorstellen sollten, gaben sie der Begrüßung einen lebendigen Rahmen — und machten deutlich, wie sehr sie sich auf die gemeinsamen Wochen freuen.

Schulleiterin Frau Dr. Köstler-Holste ordnete den Austausch in die lange Geschichte des Ratsgymnasiums ein. Seit 1978 hätten viele Generationen von Schülern den Atlantik überquert, um das Leben auf der jeweils anderen Seite kennenzulernen. In diesen Jahrzehnten seien unzählige Begegnungen, Freundschaften und Erinnerungen entstanden — einige davon bis heute lebendig. „Auch in diesem Jahr schreibt ihr gemeinsam ein weiteres Kapitel unserer besonderen Geschichte“, so Frau Dr. Köstler-Holste an die Schüler beider Seiten.

Einen besonderen Blick warf sie auf das Jahr 2028: Dann feiert der Austausch mit Shaker Heights sein 50-jähriges Bestehen — und das Ratsgymnasium Goslar gleichzeitig sein 500-jähriges Jubiläum. Zwei Jubiläen, die die tiefe Verbindung zwischen Schule und Austauschprogramm eindrucksvoll unterstreichen.

Das diesjährige Programm sieht vor, dass die amerikanischen Schüler rund zweieinhalb Wochen in Goslar verbringen, ehe Aufenthalte in Berlin und München folgen. Im Gegenzug reisen die deutschen Schüler im Herbst nach Shaker Heights und besuchen anschließend Washington D.C. und New York.

Besonders hervorgehoben wurde auch der Langzeitaustausch: Drei Schüler des Ratsgymnasiums verbrachten im ersten Halbjahr ein halbes Jahr in Shaker Heights und besuchten dort die High School — eine intensive Auslandserfahrung, die das Programm um eine eigene Dimension erweitert. Bemerkenswert zudem: Einige Teilnehmer gehören bereits zur zweiten Generation — ihre Eltern haben früher selbst am Austausch teilgenommen. Der Shaker-Heights-Austausch verbindet damit nicht nur zwei Schulen, sondern auch Familien über Generationen hinweg.

Frau Dr. Köstler-Holste dankte den Organisatoren auf amerikanischer Seite sowie den diesjährigen amerikanischen Begleitern — und allen deutschen Kollegen, die Organisation, Programmpunkte und Ausflüge tatkräftig unterstützen.

Auch von amerikanischer Seite wurden herzliche Grußworte gesprochen. Emily Collins Sieg, eine der begleitenden Lehrerinnen, schilderte persönlich, warum ihr die Verbindung nach Deutschland so wichtig ist. Auf die Frage, was sie an Deutschland am meisten schätze, habe sie ohne Zögern geantwortet: „The people“. Es seien die Menschen und die über Jahre gewachsenen persönlichen Beziehungen, die den Austausch für sie so besonders wertvoll machten. Sie ist bereits zum dritten Mal im Rahmen des Programms in Deutschland und freut sich, bekannte Gesichter und Freunde aus früheren Begegnungen wiederzusehen. Victoria Berndt, eine weitere amerikanische Begleitperson, schloss sich diesen Worten an: „I love this country. I love the people. We’re just delighted to be here and have this opportunity.“