Für die Mitglieder der Theaterwerkstatt am Ratsgymnasium dreht sich derzeit alles nur um das Theater, denn die Premiere des neuen Stücks steht unmittelbar bevor. Am Dienstag, den 24. März hat um 19.30 Uhr „Wir sind noch einmal davongekom-men", ein heiteres Schauspiel in drei Katastrophen von Thornton Wilder in der Aula des Ratsgymnasiums Premiere. Die Leiter der Theaterwerkstatt, RG-Lehrerin Anette Steinberg und Dramaturg Axel Dücker, haben das Stück gemeinsam mit 15 theaterbe¬geisterten Schülerinnen und Schülern für ihre diesjährige Inszenierung ausge¬wählt, weil es in einmaliger Weise die Kraft zum Neuanfang, das heißt, die geistigen und vitalen Kräfte, die es den Menschen erlauben, immer wieder überleben zu wollen und zu können, schildert.

Die Eiszeit, die Sintflut, der Weltkrieg könnte man die drei Akte übertiteln. Eine ganz einfache Familie, die Familie Mensch (Mr. und Mrs. Antrobus und ihre Kinder), eine Familie von heute, mit heutigem Denken und Handeln, durchlebt die wichtigsten Statio¬nen der Menschheitsgeschichte - und findet immer wieder den Mut weiterzuma¬chen. Eiszeit und Sintflut sind Synonyme für den Klimawandel, den gestörten Frieden des Menschen mit der Natur. Der Krieg ist das ewige Sinnbild für den gestörten Frie¬den des Menschen mit Seinesgleichen. „Wir sind noch einmal davongekommen" ist aktueller denn je.

Vater Antrobus, eine Art „amerikanischer Faust", ist im Laufe der Handlung Adam, Abraham, Noah; seine Frau der Archetyp von Ehefrau und Mutter, Erfinderin der Schürze und parodierte Frauenvereins–Amerikanerin. Ihr Sohn steht für das Böse in der Welt, das Dienstmädchen Sabina ist die ewige Verführung. Die Familie lebt in einem gemütlichen Haus in New Jersey, als die Eiszeit naht; Sabina wird gerade zur Schönheitskönigin gewählt, während die Sintflut droht, und der dritte Akt zeigt die Familie als Überlebende des Krieges: Gut und Böse überleben jede Katastrophe als unausrottbare Teile der Menschheit, während Bücher, die überlieferten Ideale, Träume und Philosophien, den Mut zum Weiterleben geben.

Thornton Wilder hat schon 1942 erkannt, dass die Geschichte der Menschheit nicht nur real, sondern auch virtuell stattfindet, also in den Medien. Er setzt gegen all das, was uns täglich ängstigt, einen unerschöpflichen und liebevollen Humor, eine posi-tive Kraft, die dieses so unvollkommene, aber begabte Wesen Mensch in allen Lebensla¬gen zu verstehen versucht. Wilders Parabel ist weit entfernt von schulmeisterlicher Trockenheit: Clevere Gags und respektlose Kommentare bilden den Kontrast zur philosophischen Aussage des Stückes. "Wir sind noch einmal davongekommen" ist ein ungewöhnliches Drama, das zum Schmunzeln und Nachdenken einlädt in einer Zeit, in der täglich neue Katastrophen die Nachrichten beherrschen, in der sich das Böse immer wieder in erschreckenden Formen zeigt.

Wer die neue Produktion der Theaterwerkstatt erleben möchte, hat dazu bei insge-samt vier Aufführungen Gelegenheit. Premiere ist am Dienstag, den 24. März um 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen folgen am Mittwoch, 25. März, Donnerstag, 26. März sowie am Freitag, 27. März jeweils um 19.30 Uhr.

Da für jede Vorstellung nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung steht, sollte man sich seine Eintrittskarte rechtzeitig im Kartenvorverkauf sichern. Tickets gibt es für 6 Euro (Erwachsene) bzw. 3 Euro (Schüler) in der Buchhandlung „Bücher Bär" sowie in den großen Pausen im unteren Flur des Ratsgymnasiums.

{backbutton}

 

 

 

Shuuz - wir sammeln Schuhe

uselogo

 

 

 

 

loewenbande