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Zwischen Tapas und Textinterpretation – Der Deutsch -LK in Barcelona

Von Lena & Johanna

Eine Woche vor den Herbstferien hieß es für den Deutsch-Leistungskurs: Vamos a Barcelona! Gemeinsam mit Herrn Langlotz und Frau Ritzkat starteten wir am 6. Oktober frühmorgens vom Flughafen Hannover aus – wobei „früh“ durchaus relativ zu verstehen ist. Nach einer hitzigen Diskussion hatte schließlich auch Herr Langlotz eingesehen, dass der frühe Vogel manchmal eben doch den Flieger fängt und sogar ein McDonald’s-Frühstück beinhaltet.
In Barcelona angekommen, freuten wir uns zunächst auf unser Hotel – bis wir unsere Zimmer sahen. Die Dachterrasse war zwar traumhaft (auch wenn sie, wie wir bald erfuhren, nur bis 23 Uhr geöffnet war), doch aus einem ursprünglich geplanten Viererzimmer war kurzerhand ein Fünferzimmer gebastelt worden. Der Platz reichte kaum für unsere Koffer, geschweige denn zum Laufen. Selbst das Bettlaken passte nur mit viel Kreativität. Während wir also buchstäblich zwischen unserem Gepäck schliefen, durften sich die beiden einzigen Jungs – liebevoll unsere „Langlotz’schen Quotenmännchen“ genannt, über ein Viererzimmer zu zweit freuen.
Am ersten Abend machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Strand, etwa 40 Minuten Spaziergang durch die warme Abendluft Barcelonas und belohnten uns anschließend mit ordentlich Essen.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Stadterkundung: Mit der App Actionbound begaben wir uns auf eine digitale Stadtrallye quer durch Barcelona. Wir kamen an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, spazierten über die berühmte La Rambla und nutzten zwischendurch jede Gelegenheit zum Shoppen. Am Nachmittag zog es uns erneut an den Strand. Wir genossen die Wärme, die Wellen und den Gedanken daran, dass es in Deutschland gerade vermutlich regnete. Später fuhren wir (diesmal klugerweise mit der U-Bahn) zurück in die Stadt, aßen gemeinsam bei Taco Bell und bestaunten anschließend die funkelnde Skyline von einem Aussichtspunkt aus.
Am dritten Tag hieß es wieder: früh aufstehen. Ziel war der Montserrat bzw. das Kloster Montserrat. Dort besichtigten wir die beeindruckende Kirche und bewunderten die berühmte Schwarze Madonna – zumindest aus der Ferne, was zur sichtlichen Enttäuschung von Herrn Langlotz führte. Danach stand eine „kurze, ebene Wanderung“ auf dem Programm, so
zumindest die offizielle Ansage unseres Lehrers. Anfangs stimmte das sogar, bis Herr Langlotz eine „Abkürzung“ wählte, die uns auf direktem Weg auf einen ganz anderen Berg führte. Der Weg war steil, rutschig und alles andere als „ebenerdig & behindertengerecht“ (Zitat Langlotz), aber die Aussicht am Ende war trotzdem klasse. Von oben beobachteten wir Frau Ritzkat und einige Mitschüler, welche wahrscheinlich die Abkürzungen von Herrn Langlotz kannten und lieber unten die Sonne genossen.
Zur Belohnung besuchten wir die Freixenet-Sektkellerei und bekamen eine spannende Führung durch die beeindruckenden Kelleranlagen. Wir lernten, wie Schaumwein entsteht, und durften natürlich auch verkosten – selbstverständlich alkoholfrei 😉
Am Abend folgte dann das wohl größte kulturelle Highlight der Woche: der Karaoke-Abend. Nacheinander wagten wir uns auf die Bühne – von Pop über Schlager bis hin zu Balladen war alles dabei. Herr Langlotz gab gemeinsam mit Louis ein Duett zum Besten, das zweifellos einen bleibenden Eindruck hinterließ, während Frau Ritzkat am Abend spontan als Background-Tänzerin einsprang. Die Stimmung war ausgelassen, der Teamgeist großartig, und spätestens nach diesem Abend wuchs unser Kurs noch mehr zusammen.
Am vierten Tag besichtigten wir die weltberühmte Sagrada Família, deren Architektur selbst den „sprachlich versiertesten Deutsch-LK“ 😉 kurzzeitig sprachlos machte. Danach blieb Zeit zur freien Verfügung, bevor wir abends gemeinsam in unserer Hostelküche standen und Pasta und Baguette kochten – unser inzwischen bewährter Klassiker. Schließlich war der Supermarkt nebenan preislich deutlich attraktiver als das tägliche Essen in der Stadt.
Der letzte Tag hielt noch einmal Nervenkitzel bereit: Unser Rückflug startete in aller Herrgottsfrühe, und schon bald zeichnete sich ab, dass dies kein ganz reibungsloser Heimweg werden würde. Nach einer Ehrenrunde über Wien, einem verpassten Anschlussflug und fünf langen Stunden Wartezeit am Flughafen waren wir zwar erschöpft, aber um einige Anekdoten reicher. Den krönenden Abschluss bildete die verspätete Heimkehr zweier Koffer, die erst am Sonntag wieder auftauchten.
Trotz (oder vielleicht gerade wegen) all dieser kleinen Pannen blicken wir auf eine unvergessliche Woche zurück – voller gemeinsamer Erlebnisse, Sonne, Lachen und dem Gefühl, dass diese Reise uns als Kurs noch ein Stück näher zusammengebracht hat. Ein
herzliches Dankeschön geht an unsere beiden tapferen Begleitpersonen, die jede Herausforderung mit Humor, Geduld und einem Augenzwinkern meisterten. Wir vermissen immer noch die gemeinsamen Abende.
Unsere Bilder erzählen den Rest, besser als wir’s jemals in Worte fassen könnten !!